Der Korund

Von dem Korund gibt es zwei Varietäten, die im Allgemeinen bekannt sind: der rote Rubin und der Saphir, der alle andere Farben haben kann.

Über den Korund im Allgemeinen gibt es zu sagen, daß er nach dem Diamant das zweithärteste natürlich vorkommende Material ist. Auf der Mohs´schen Härteskala ist sein Wert 9.

Der gemeine Korund, als Korund, der keine Edelsteinqualitäten hat wird für Schleifmittel verwendet, wie z.B. Schleifpapiere oder Schmirgel.

Die chemische Formel des Korund is Al2O3, also Aluminiumoxid.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts können Korunde in Edelsteinqualität synthetisch hergestell werden.

Der Rubin

Der Rubin ist die rote Varietät des Korund. Je nach Fundort kann das Rot variieren. Die Farbe ist aber kein Erkennungsmerkmal für ein bestimmtes Herkunftsland, da in den Lagerstätten unterschiedliche Farben vorkommen können.

Die wertvollste Farbe ist das sogenannte Taubenblutrot, ein Rot mit einem leichten Stich ins Bläuliche.

Rubine haben oft Einschlüsse wie Spannungsrisse, Wachstumsstrukturen oder Fremdmineralien, diese mindern die Qualität aber nicht. Vielmehr sind sie oft ein Erkennungsmerkmal der echten Rubine im Vergleich zu den synthetisch hergestellten.

Edelsteine erhalten ihre Farbe durch andere Elemente,

      Courtesy of The Arkenstone, iRocks.com                 von denen sich einzelne Atome in die Kristallgitter

                                                                   einlagern. Beim Rubin ist die farbgebende Substanz Chrom, bei bräunlichen Steinen auch Eisen.

Sind in den Rubinen Rutilnadeln eingeschlossen, hat die Oberfläche einen sanften Schimmer, die sogenannte "Seide". Werden diese Steine im Cabochonschliff geschliffen ergibt sich der Katzenaugeneffekt oder bei entsprechender Anordnung der Rutilnadeln sogar ein Stern, der beim Bewegen des Steins über die Oberfläche gleitet.

 

Die Hauptlagerstätten der Rubine liegen in Myanmar, Thailand, Sri Lanka und Tansania.

 

Augrund farblicher Ähnlichkeiten kann der Rubin mit verschiedenen anderen Edelsteinen verwechselt werden, z. B. dem roten Turmalin, Granat, Topas oder dem Spinell.

Diese Steine werden oft als Rubinimitationen verwendet. Um ihren Wert heraufzusetzten, bekommen sie oft Handelsnamen, in denen Rubin vorkommt, wie z. B. Balas-Rubn für den Spinell, Kap-Rubin für den Pyrop (roter Granat) oder Sibirischer Rubin für den Turmalin. Tatsache ist, daß diese Steine nichts mit einem Rubin zu tun haben, sondern eigene Mineralien sind.

Eine der berühmtesten Verwechslungen ist der sogenannte "Black Prince´s Ruby". Dieser Stein ist in der englischen Krone eingesetzt und wurde lange für einen Rubin gehalten. In Wirklichkeit ist er aber ein roter Spinell.

Der Saphir

Als Saphir (griechisch: blau) wird im Allgemeinen als die blaue Varietät des Korund angesehen.

Allerdings stimmt das so nicht ganz, denn als Saphir werden heute alle nicht roten Korunde bezeichnet.

 

Wird der Stein nur Saphir genannt, ist immer der blaue Korund gemeint. Bei andersfarbigen Steinen wird dann entweder die Farbe mit genannt (z.B. gelber Saphir), oder sei haben einen eigenen Namen wie der farblose Leukosaphir (griechisch: weiß) oder Padparadscha für denorangefarbenen Saphir (singhalesisch: Lotosblüte).

Auch rosa oder violette Korunde werden zu den Saphiren gezählt, da ihre Farbe nicht der gewünschten Rubinfarbe entspricht, und sie ddurch unter den Rubinen einen geringeren Wert haben. Als eigenständige Farben des Saphir haben sie einen höheren Wert.

Die farbgebenden Substanzen sind z.B. Eisen und Titan (blau), Vanadium (violett), Chrom (rosa) oder Chrom, Eisen und Vanadium (orange).

Manche trübe Saphire können durch Brennen bei ca 1700°C eine schöne und beständige Farbe bekommen.

Auch beim Saphir können eingelagerte Rutilnadeln den Katzenaugen- oder auch einen Sterneffekt bewirken.

 

Die Hauptlagerstätten der Saphire sind in Sri Lanka, Austrlien, Myanmar und Thailand.

 

Es gibt einige Edelsteine, die mit dem Saphir verwechselt werden können, wir z. B. Spinell, Kyanit, Tansanit oder Topas, allerdings auch blaues Glas.

Seit Anfang des 20. Jhd. können Korunde synthetisch hergestellt werden. Die Eigenschaften sind denen der echten Korunde sehr ähnlich, der Wert liegt jedoch deutlich unter dem der natürlichen Steine.

 

 

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Der Diamant

Natürlich muß bei einem Edelsteinlexikon der Diamant als erstes stehen. Er wird wohl am Meisten verwendet, als Ministein mit 1-2 mm Durchmesser bis hin zu den großen Solitär-Steinen mit mehreren Millimetern.

Das Interessante an Diamanten ist für mich, daß es nur einer anderen Kristallstruktur bedarf, und der Kohlenstoff ist etwas ganz anderes wie z. B. Graphit.

Ein Diamant wertet als kleiner, glitzernder Stein einen anderen, größeren Stein oder eine kleines Schuckstück auf, ein größerer Diamant benötigt nur ganz wenig Metall um sich herum, er wirkt durch seine eigene Schönheit.

Hier stelle ich Euch nun die Fakten über den Diamant vor:


Der Diamant ist das härteste natürlich vorkommende Element auf der Erde. Nach der Mohsschen Härteskala hat er die Härte 10.

Er besteht aus reinem Kohlenstoff, seine chemische Formel ist also ganz einfach "C".

Die Kristallform des Diamant ist kubisch, die Dichte ist 3,52 g/cm3

Die Wert eines Diamanten wird von den "Vier C" bestimmt: Carat, Colour, Cut, Clarity

Carat oder Karat:

Das Gewicht eines Edelsteines oder Schmucksteines wird in Karat angegeben. Ein Karat entspricht genau 0,2 g.

Der Ursprung dieser Einheit ist der Samen des Johannisbrotbaums (Ceratonia siliqua), der früher als Maß eingesetzt wurde. Jedes Samenkorn hat das Gewicht von 0,2 g.

Zur Größe:

Ein Brillant von 0,01 ct hat einen Durchmesser von 1,3-1,4 mm.

0,10 ct entsprechen ca 3 mm

0,25 ct ca 4,1 mm

 0,5 ct ca 5,1 mm

1 ct ca 6,5 mm

 

Colour oder Farbe:

Diamanten gibt es in verschiedenen Farben, häufig sind Gelb- und Brauntöne. Steine mit diesen Farben sind meistens nicht so teuer wie die helleren bis weißen Diamanten. Ausnahmen sind Diamanten in kräftigen Blau-, Grün-, Rot- und Pinktönen, sowie manche Gelb- und Brauntöne. Diese Farben werden teilweise deutlich höher gehandelt als weiße Diamanten.

Die handelsüblichen Farbbezeichnungen sind:

Hochfeines Weiß+ (River bzw. D)

Hochfeines Weiß (River bzw E)

Feines Weiß+ (Top Wesselton bzw F)

Feines Weiß (Top Wesselton bzw G)

Weiß (Wesselton bzw H)

Leicht getöntes Weiß+ (Top Crystal bzw. I)

Leicht getöntes Weiß (Top Crystal bzw. J)

Getöntes Weiß+ (Top Crystal bzw. K)

Getöntes Weiß (Top Crystal bzw. L)

Getönt 1 (Top Cape bzw. M oder N)

Getönt 2 (Cape bzw O)

Es gibt auch schwarze Diamanten, die aber im Schmuckbereich keine große Rolle spielen.

 


 

Cut oder Schliff:

Der Schliff ist für das "Feuer" eines Diamanten von großer Wichtigkeit. Ein guter Schliff nützt die natürliche, hohe Lichtbrechung des Diamanten aus und lässt ihn funkeln, während ein Diamant mit einen schlechten Schliff uninteressant wirkt.

Die Bezeichnungen sind:

Sehr gut: hervorragende Brillanz mit sehr guten Proportionen

Gut: gute Brillanz, geringe aüßere Merkmale, Proportionen mit geeringen Abweichungen

Mittel: Brillanz gemindert, mehrere größere, äußere Merkmale, Proportionen mit erheblichen Abweichungen

Gering: Brillanz erheblich gemindert, große und /oder zahlreiche äußere Merkmale, Proportionen mit sehr deutlichen Abweichungen

Es gibt veile verschiedene Schliffe für den Diamanten. Der gebräuchlichste ist der Brillantschliff mit insgesamt 56 Facetten, 32 Facetten und die Tafel (die große Fläche in der Mitte) im Oberteil, und 24 Facetten im Unterteil.

Dieser Schliff ist genau auf die Lichtbrechung des Diamanten abgestimmt und bringt dadurch die beste Brillanz des Steines zum Vorschein.

Nur ein Diamant, der im sogenannten Brillant-Vollschliff geschliffen ist, darf als Brillant bezeichnet werden!

Alle anderen Steine müssen den Zusatz "Im Brillantschliff" enthalten, z.B. "Zirkonia im Brillantschliff".

Weitere häufig verwendete Schliffe sind:

der Princess-Cut, einen quadratischer Schliff,

der Baguette-Schliff, hier ist der Stein rechteckig

 

Clarity oder Reinheit:

Zur Beschreibung der Reinheit werden folgende Abkürzungen und Fachbegriffe verwendet (Rangfolge), wobei sich die Kriterien auf die Begutachtung durch einen geübten Fachmann beziehen:

fl flawless auch bei 10-facher Vergrößerung lupenrein (keine Einschlüsse und keine äußeren Fehler erkennbar)
if internally flawless bis auf mögliche Oberflächenspuren von der Verarbeitung lupenrein
vvs1 / vvsi very, very small inclusions Einschlüsse sind auch bei zehnfacher Vergrößerung nur sehr, sehr schwer zu erkennen.
vvs2 very, very small inclusions Einschlüsse sind auch bei zehnfacher Vergrößerung nur sehr schwer zu erkennen.
vs1 / vsi very small inclusions Einschlüsse sind bei zehnfacher Vergrößerung schwer zu erkennen.
vs2 very small inclusions Einschlüsse sind bei zehnfacher Vergrößerung zu erkennen.
si1 small inclusions Einschlüsse sind bei zehnfacher Vergrößerung leicht zu erkennen.
si2 small inclusions Einschlüsse sind bei zehnfacher Vergrößerung, jedoch nicht mit bloßem Auge sehr leicht zu erkennen.
pi1 Piqué I (Pikee I) Einschlüsse mit bloßem Auge gerade noch erkennbar, mindern die Brillanz jedoch nicht.
pi2 Piqué II (Pikee II) Einschlüsse mit bloßem Auge erkennbar, mindern die Brillanz schwach
pi3 Piqué III (Pikee III) Einschlüsse mit bloßem Auge leicht erkennbar und mindern die Brillanz deutlich.



















































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Mein Edelstein-Lexikon

Als Goldschmied hat man viel mit Edelsteinen zu tun. Und ich liebe sie, manche mehr, manche etwas weniger, aber wirklich egal sind mir die wenigsten.

Edelsteine gibt es in groß oder klein, weiß oder farbig, klar oder undurchsichtig.

Dann gibt es da die Bezeichungen für die Farbe und Qualität der Diamanten und die verschiedenen Schliffe.

Um ein wenig Licht in der Dunkel des Ganzen zu bringen, möchte ich Ihnen nach und nach verschiedene Edelsteine und Schmucksteine vorstellen und die wichtigsten Informationen dazu geben.

Vielleicht findet sich auch die eine oder andere Geschichte dazu ein, oder es schwappt etwas von meiner Begeisterung für manche Edelsteine über.

Auf jeden Fall werde ich versuchen, so richtig wie möglich über die Steine schreiben, möchte SIe aber um Nachsicht (und vielleicht eine kleine Information an mich, damit ich es korrigieren kann?) bitten, falls mir mal  ein Fehler unterlaufen ist.

Ich wünsche viel Spaß beim Lesen, und hoffe, daß ich Ihnen meine "Steinwelt" etwas näher bringen kann.


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